Deutscher Langschnäbliger Tümmler

Vor etwa 150 Jahren- so um 1850-60- der genaue Zeitpunkt kann heute nicht mehr bestimmt werden, blühte wie auch in vielen Städten, z.B. Braunschweig und Magdeburg, so auch in Halberstadt der Hochflugtaubensport. Die Züchter, die diesen Sport betrieben, waren fast alle nicht im Verein organisiert. Sie betrieben die sportlichen Wettkämpfe als reines Hobby um sich an den herrlichen Flügen ihrer Tiere zu ergötzen. Als Rasse wurden die damals mittelgroßen, mittelschnäbligen und auf mittelhohen Beinen stehenden Tümmler gezüchtet. An Farbenschlägen gab es eine große Palette. Elstern in rot, gelb, schwarz, blau und pickblau, man nannte sie auch stippblau. Einfarbige in allen Grundfarben, Weißschwänze, Gespritzte, Gespritzte Weißschwänze, aber auch Bärtchen und Tiger. Vereinzelt konnte man auch Tigerweißschwänze, Eulige, Gelb- und Rotstreifer auf einigen Taubenschlägen bewundern. Für die Züchter gab es nur eins nach getaner Arbeit,- ihre Lieblinge im Trupp fliegen zu lassen. Nach dem Kriege ging der Flugsport in Halberstadt zurück. Einige kamen aus dem Kriege nicht zurück, bei anderen gab es Futterprobleme und nach und nach wurden viele Häuser Eigentum der Gebäudewirtschaft. Damit war es mit der Taubenhaltung auf vielen Dachböden vorbei. So um 1900 -1920 begannen einige Züchter aus den Mittelschnäbligen Tümmlern durch Einkreuzen verschiedener Rassen, die heutigen Langschnäbligen Tümmler zu formen. Die herrlichen Flugeigenschaften gingen nach und nach verloren, aber auch die Umwelt spielte eine große Rolle. Greifvögel nehmen ständig zu und man ist gezwungen, seine wertvollen Tiere in der Voliere zu halten.


Schauvoliere von Leo Kampert, Unseburg zur Bördetaubenschau in Eickendorf im Januar 2012