Die Bernburger Trommeltaube

In alten Niederschriften liest man über die Bernburger Trommeltauben folgendes: Um das Jahr 1758 wurden vom Herzog Viktor Friedrich auf dem Hofe des Schlosses zu Bernburg Tauben gehalten. Diese Tauben hatten eine ungewöhnliche Art, sich verständlich zu machen. Immer und immer wieder murmelten sie im Wohlklang ihrer Stimmen. Es waren weiß-blaue, gehäubte Tauben mit Federwerk an den Füßen, welches sehr üppig war. Sie sollen durch den Herzog von Braunschweig an den Bernburger Hof gekommen sein. Die einen meinen, die Rasse sie aus Kreuzungen von alten Weißkopf- Kröpfern entstanden. Dies sind aber Vermutungen, Beweise hierfür liegen nicht vor. Auch die Annahme, dass die Rasse von England kommend nach Halle an der Saale gelangte, dürfte falsch sein. Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren auf der Insel keine gemönchten Trommeltauben bekannt. Alles deutet darauf hin, dass Sächsische Farbentauben Pate gestanden haben. Den Namen Bernburger Trommeltauben bekamen sie 1885, nachdem in Bernburg der Geflügelverein „Ascania“ gegründet wurde. Heute wissen wir, dass die Tauben mit Recht den Namen ihrer Stadt tragen, obwohl auch in Köthen und Ballenstedt viel für die Tauben getan wurde. Aus alten Schriften einer Magdeburger Taubenhandlung geht hervor, dass Händler aus dem Braunschweigischen und Sächsischen alljährlich die damals wichtigen Taubenmärkte in Bernburg besuchten und mit Bernburger Trommeltauben wieder nach Hause reisten. Am 8.12.1908 wurde in Bernburg der „Club der Bernburger Trommeltauben“ gegründet. Der Verein bestand bei der Gründung aus 11 Züchtern.

Bernburger Trommeltauben, schwarz, hv 96 KVE2; Aussteller Siegfried Haenel, Ballenstedt; 88. MIRAMA 2012