Ausschreibung

 

Für die Landesschau 2017, die vom 23.-25.11.2017 in Magdeburg stattfinden soll, wird zum schnellst möglichen Termin ein Ausstellungsleiter und ein Ausstellungskassierer gesucht.

- Bewerbungen bitte an den Landesvorsitzenden Dieter Kuhr richten -

 

 

Marek-Impfung im Februar 2017 bei Frau Dr. Gregorius

 

Sollte Bedarf bestehen ist es möglich die Impfung bei Frau Dr. Gregorius in Bernburg durchführen zu lassen. Kontakt hier:

Impftermine wären am Dienstag, den 14.2. und Dienstag, den 21.2. zwischen 15 und 16 Uhr möglich.

News zur Vogelgrippe hier:

Vogelgrippe Sachsen-Anhalt News

Wassergeflügelzuchtverein Sachsen-Anhalt

Die Jahreshauptversammlung unseres Vereins findet am Sonntag, den 5. März 2017 um 9.30 Uhr in Quellendorf, Hauptstr. 84a bei Zfrd. Uwe Pforte statt.

Vorgesehen ist nachfolgende TO:

  1. Begrüßung
  2. Protokoll vom September 2016 in Kayna
  3. Jahresbericht des Vorsitzenden und Kassierers
  4. Bericht über eine kurze Schausaison
  5. Diskussion zu den Berichten
  6. Auszeichnung der Vereinsmeister
  7. Termine 2017
  8. Vortrag über Wassergeflügel
  9. Verschiedenes
  10. Schlusswort

Die Bekanntgabe der Vereinsmeister erfolgt in der nächsten Ausgabe. Wir hoffen auf eine gute Beteiligung. Gäste sind immer herzlich Willkommen.

Uwe Roskoden

King-Club-Deutschland-Bez.7

 

(Mecklenburg-Vorpommern, Berlin/Brandenburg, Sachsen-Anhalt)

zu unserer Jahreshauptversammlung  am 05.03.2017 ab 10:00 Uhr laden wir alle Mitglieder sowie interessierte Kingzüchter nach 16833 Linum in den Gasthof „Storchenklause“  Nauenener Str. 36, recht herzlich ein. Die Tagesordnungspunkte sind jedem Mitglied vorab zugegangen.

Da Linum im Naturschutzgebiet I liegt, darf derzeit kein Handel mit Tauben vollzogen werden.

Wir bitten um euer  Verständnis.  Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

                                                       Karolin Funk  1.Schriftführer des KCD-Bez-7

Werte(r) Jugendleiter(in), werte Gäste,

 

zur Jahreshauptversammlung der Kreisjugendleiter im LV der Rassegeflügelzüchter Sachsen-Anhalt e.V. lade ich Sie für den 12.3.2017 um 9.30 Uhr in das Vereinsheim nach Mehringen recht herzlich ein.

Um die Teilnahme des Kreisjugendleiters jedes Kreisverbandes abzusichern, bitte ich um

Weiterreichung dieser Einladung, falls sich ein Wechsel in Ihrem KV im letzten Jahr ergeben hat.

Im Verhinderungsfall des Kreisjugendleiters ist ein kompetenter Vertreter zu delegieren. Die Tagesordnung hier:

Stallpflicht ist Unsinn

Grün und Blau – die wichtigsten Hühnerfarben

 

Hühner gibt es in weiß, schwarz, braun, rot, gelb, blau, gold und silber, aber auch in porzellan-, birken-,  mahagoni-, weizen- oder zimtfarbig, dabei sind sie oft gebändert, gedobbelt, geflockt, gesäumt, gescheckt, gesperbert, gesprenkelt, gestreift oder getupft, aber niemals grün. Grün gibt es als wunderbare smaragdgrüne Glanzfarbe bei sumatra-schwarz, und die Blauen sind meist andalusier-blau. Warum sind dann Grün und Blau die wichtigsten Hühnerfarben?

 

Weil unseren Hühnern aufgrund obskurer Entscheidungen das Himmelblau und das Weidengrün verwehrt wird, müssen sie ihr Leben im dunklen und engen Stall fristen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Viren, die sich am wohlsten in unübersichtlichen und unhygienischen Verhältnissen fühlen, eine Steilvorlage von Ämtern und Behörden erhalten, um sich zu vermehren! Ultraviolettes Licht, den das Sonnenlicht bei strahlend blauem Himmel liefert, ist Gift für Viren. Das lebensnotwendige Vitamin D ist das einzige Vitamin, das der Körper nicht über die Ernährung, sondern über die Sonne erhält. Gleichzeitig verlieren Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien ihre Reproduktions- und Infektionsfähigkeit, wenn sie den keimtötenden Wellenlängen der UV-Strahlung ausgesetzt werden. Die Aufstallung dient somit nicht der Gesundheit, sondern der Krankheit. Meine Großeltern wussten schon: Wo die Sonne nicht hinkommt, kommt der Arzt hin.

 

Wer wird hier geschützt? Da schwillt mir der Kamm an.

 

Manfred Loick

                         Stallpflicht ärgert Züchter

Ein Bild aus besseren Tagen. Unser Foto zeigt Florian Lotzing, Phillip Zimmermann, Lutz Faatz und Bernhard Zwanzig bei einer Ausstellung des Vereins. Archivfoto: Franziska Ellrich

Die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe stößt bei den Kleintierzüchtern auf Unverständnis.

Von

René Kiel ›

Unseburg l „Wir sind ein recht aktiver Verein, der einmal im Jahr eine Ausstellung durchführt. Weiterhin werden sechs Versammlungen, eine Zuchtbesprechung und eine Zuchtbegehung während der Saison organisiert. Allerdings haben wir in letzter Zeit viel Angst um den Fortbestand unseres Hobbys und unseres Vereinslebens“, sagte Florian Lotzing vom Kleintierzuchtverein 1905 Unseburg.

Auch die Züchter leiden unter der Vogelgrippe, gegen die im November 2016 auch in Sachsen-Anhalt die Stallpflicht ausgerufen wurde.

Lotzing: „Das hatte zur Folge, dass wir nicht nur unsere Ausstellungen nicht durchführen können, sondern auch unsere Gänse, Enten, Puten und Hühner einstallen müssen. Uns allen ist sehr daran gelegen, diese Hygienemaßnahmen, die uns auferlegt werden, auch durchzuführen. Da aber in letzter Zeit immer wieder Fälle von Vogelgrippe auftreten, die nichts mit der Hobbyhaltung zu tun haben, fehlen auch uns langsam die Gründe, warum unser liebstes Geflügel im Stall verharren muss und sich nichts ändert an der Gesamtsituation.“

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) habe an die Solidargemeinschaft erinnert. So habe dessen Vorsitzender Friedrich-Otto Ripke nicht nur die Mitglieder des Verbandes, sondern auch die privaten Hobbyhalter mit einem Appell gebeten, sich strikt an die Empfehlung des Friedrich-Löffler-Instituts sowie die Verordnungen des Ministeriums für Landwirtschaft zu halten.

„Was aber auffällig ist, dass nur in Betrieben der Massentierhaltung und Wildvögel - im größten Umfang Wasservögel - als Träger des Grippevirus identifiziert werden. Kann das nicht auch die Ursache sein“, fragt sich Florian Lotzing. Das Gleiche gelte für Stress, hervorgerufen durch die Wanderung oder durch zu beengte Platzverhältnisse in den Ställen.

„Können es nicht auch, wie von einigen Experten schon angesprochen, die internationalen Warenströme sein, die zur Ausbreitung des Virus führen“, gibt Lotzing zu bedenken. Man wisse, dass die Hygienemaßnahmen in Asien nicht dem europäischen Standard ähneln. Auch das Ausbringen von Mist mit entsprechend verendeten Tieren führe zur Ausbreitung der Vogelgrippe. „Die Abprodukte aus den Großschlachtereien sind Grundlage für Fisch- und Heimtierfuttermittel. Welche Hygienestandards und Untersuchungen finden hier statt, dass eine Verschleppung des Virus nicht möglich ist“, möchte der Unseburger Kleintierzüchter gern wissen.

Lotzing: „Was uns als Verein auch sehr stark beschäftigt, die Vogelgrippe gibt es nun schon seit Jahrzehnten, mal stärker auftretend, mal etwas schwächer. Warum wurde daran so wenig geforscht? Warum können die Ursachen nicht bekämpft werden? Ist es wirklich einfacher, aus ethischer und wirtschaftlicher Sicht, Millionen von Tieren zu keulen? Wo ist da die Verhältnismäßigkeit?“

Der Kleintierzuchtverein Unseburg erwartet vom Friedrich-Löffler-Institut als erstem Berater der Bundesregierung nicht nur Empfehlungen, die da heißen Stallpflicht. Es gebe so viel Fragen, die den Verein beschäftigen und man bekomme keine Antworten.

„Wir fordern Lösungen oder zumindest Lösungsansätze, die in naher Zukunft greifen, damit nicht nur wir als Hobbyhalter, sondern auch die Solidargemeinschaft aller Geflügelhalter, die Tiere mit mehr Sicherheit in Freiland halten können. Wir möchten daran erinnern, dass die Rassegeflügelzucht die Genreserve für die Geflügelwirtschaft ist. Es ist auch das kulturelle Erbe der Menschheit, was geschützt werden sollte“, so Lotzing. Der Kleintierzuchtverein würde sich freuen, von Lesern und Mitleidenden etwas mehr Unterstützung zu bekommen. „Wer Interesse hat, kann gern eine Onlinepetition gegen die Stallpflicht auf der Seite www.aktionsbuendnis-vogelfrei.com unterschreiben“, wirbt der Ausstellungsleiter. Infos über die Arbeit des Vereins hier:

Artikel in der Volksstimme vom 7.2.2017

Immer mehr Widerstand gegen die Stallpflicht und weg von den Märchenerzählern

lesbar beim Klick aufs Bild

Kampf gegen das Leiden des Rassegeflügels.

Vogelgrippe – Beirat fordert wissenschaftliche Erklärungen

Der Beirat des BDRG kann nach intensiver Arbeit mit dem Thema Vogelgrippe erste Ergebnisse vorlegen. BDRG-Präsidenten Christoph Günzel, der Beauftragte für Tier- und Artenschutz im BDRG, Dr. Michael Götz, die Tierärzte Dr. Martin Linde und Dr. Markus Freick, die Virologin Dr. Kristin Heenemann, der Virologe Dr. Ralf Dürrwald, der Redakteur a.D. Peter Jahn und der BDRG-Beisitzer Steffen Kraus legten die Vorgehensweise zu den Themenkomplexen Stallpflicht, dem Umgang mit den Behörden sowie Impfung gegen Vogelgrippe und Klage gegen das Verbot von Taubenausstellungen fest.  

 

Stallpflicht

 

In einigen Bundesländern gibt es die Überlegung die Stallpflicht zu verlängern. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, dass sich die Landesverbände und Züchter an die jeweils zuständigen Ministerien und Politiker wenden. Ein Musterbrief, der individuell gestaltet werden sollte, wurde entworfen. Besonders dramatisch wäre es, wenn die Stallpflicht in die Aufzuchtzeit oder darüber hinaus weitergeht. Gegen die Stallpflicht sollen gezielte Aktion bei Landtagsabgeordneten und Ministerien in die Wege geleitet werden. Jeder Züchter ist dazu aufgerufen, sich mit den Politikern und den Ämtern in Verbindung zu setzen, um der Forderung nach mehr Tierschutz und Tierwohl Nachdruck zu verleihen. Die Presse ist für uns im Kampf gegen die Aufstallung eminent wichtig, denn die Medien können der Öffentlichkeit zeigen, wie sich die „armen“ Puten, Gänse, Enten und Hühner ohne Auslauf quälen.

 

Schlagkräftige Argumente gegen die Stallpflicht soll die vom BDRG in Auftrag gegebene Masterarbeit zum Thema „Stallpflicht und ihre Folgen für Zuchten und Züchter“ liefern. Diese Arbeit ist wichtig, um wissenschaftlich etwas in der Hand zu haben. Daneben sollen in einer Befragung die Auswirkungen der Maßnahmen der Geflügelpestverordnung auf die Rassegeflügelzucht dokumentiert werden, z.B. wie viel Tiere von unseren Züchtern geschlachtet werden mussten, um das Geflügel in den Ställen halten zu können oder wie viele Zuchten aufgegeben werden mussten. Thomas Müller-Gemeinhardt und Dr. Michael Götz erläuterten, dass es schwierig und wenig erfolgsversprechend ist gegen die Stallpflicht zu klagen. Der BDRG unterstützt zwei Klagen aus unterschiedlichen Bundesländern.

 

Wichtige Fragen, die es zu klären gilt, sind: Wie viele Wirtschaftsbetriebe oder Hobbyhalter sind von der Vogelgrippe betroffen, waren die Tiere aufgestallt oder nicht? Die Antworten könnten helfen, deutlich zu machen, dass die Stallpflicht nicht den gewünschten Schutz bringt.

 

Dr. Martin Linde wird sich deshalb speziell des Ziergeflügels annehmen und die Problematik der Ausstallung aufzeigen, die mit großem Stress bei dieser nicht artgerechten Haltung einhergehen. Wichtig wird es sein, über den Tierschutzgedanken in die Köpfe der Menschen zu kommen. Eine Prüfung der Ausbrüche der Vogelgrippe in Wirtschaftsgeflügelbetrieben und außerhalb wird vermutlich zeigen, dass 95 Prozent der Geflügelindustrie zuzurechnen sind. Und dies trotz aller Sicherheitsmaßnahmen. In diesem Zusammenhang wird es wichtig, intensiv mit der Tierärztekammer und dem Friedrich-Löffler-Institut zu diskutieren. Noch immer gibt es zum Thema Vogelgrippe keine nachvollziehbare wissenschaftliche Erklärung für die Infektionswege. Inzwischen wird gemutmaßt, dass der Wind dafür verantwortlich sein könnte, dass die Viren in die Ställe kommen. Wäre dies der Fall, so ist dies ein gutes Argument dafür, dass Aufstallung nicht vor einer Infektion schützen kann und andere Biosicherheitsmaßnahmen ausreichend sind. Thomas Müller-Gemeinhardt betont, dass eine Statistik wichtig ist, denn sollte sich erweisen, dass nicht differenziert wird, ist eine Empfehlung zur Aufstallung ohne Grundlage. Wer empfiehlt, dass das Geflügel in den Ställen bleibt, muss wissenschaftliche Grundlagen dazu vorlegen. Gibt es diese nicht, ist die Forderung die Tiere nicht nach draußen zu lassen, ein grober Verstoß gegen den Tierschutz.  

 

Umgang der Behörden

 

Unsere Züchter fordern Gleichbehandlung von den Behörden. Durch den Föderalismus gibt es in Deutschland riesige Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen finden Geflügelschauen ohne Wassergeflügel und Taubenschauen statt. In Sachsen geht gar nichts. Selbst in Kreisen, in denen nichts vorgekommen ist, werden keine Ausnahmen gemacht und Schauen nicht genehmigt. Vor Brut und Aufzucht muss bei den zuständigen Behörden möglichst viel erreicht werden. Der Föderalismus, den es so ausgeprägt nur im Schul- und im Seuchenrecht gibt, hat Vor- und Nachteile, betont Dr. Michael Götz. So ist er der Ansicht, dass bei der Verhängung der Stallpflicht Entscheidungen der einzelnen Länder sinnvoller sind als eine bundeseinheitliche. So können wenigstens Bundesländer ohne oder mit wenig Fällen auf eine Stallpflicht verzichten.

 

Thomas Müller-Gemeinhardt verweist auf den Fall Wörth. Dort hat die Öffentlichkeit sich sehr stark mobilisieren lassen. Der BDRG und der Tier- und Artenschutzbeirat war mit Christoph Günzel, Franz Nuber und Dr. Michael Götz in die Geschehnisse in Wörth eingebunden. Dr. Ralf Dürrwald sieht die Chance, da es kein Wissen über die Ausbreitung des Vogelgrippe-Virus gibt, dass vielleicht eine medizinische Überwachung Aufschlüsse geben kann. Was das Problem überhaupt betrifft, müsse abgewartet werden, ob sich weitere Tiere infizieren. Der erkrankte Pelikan, der im Opel-Zoo in Kronberg im Taunus mit anderem Geflügel in Kontakt gekommen ist, hat den Erreger nicht weitergegeben. Das deutet daraufhin, dass in der Freilandhaltung die Infektionsgefahr wesentlich geringer zu sein scheint, als in der Massentierhaltung, wo sich die Tiere auf engstem Raum bewegen. Die Forderung muss daher lauten: Wir brauchen belastbare wissenschaftliche Untersuchungen.

 

Dieser Fall in Wörth hat aber auch gezeigt, dass es sehr wichtig ist, auf eine Änderung der Geflügelpestverordnung in Hinsicht auf die Bekämpfung der niederpathogenen Influenza zu drängen. Die Keulungspolitik ist hier nicht richtig, ist man sich im Gremium einig. Christoph Günzel geht davon aus, dass viele Wildvögel das niederpathogene Virus in latenter Form tragen. Er sieht auch die Möglichkeit, dass aus Fällen wie in Wörth gelernt werden kann, wie mit befallen Beständen verfahren werden kann.  

 

Impfung gegen Vogelgrippe

 

Eine Möglichkeit die Tiere zu schützen bieten Schutzimpfungen. Was das Impfen anbelangt hat das Friedrich-Löffler-Institut nur Erfahrungen mit Notimpfungen. Hier ist die Zeit knapp, damit die Tiere einen Impfschutz aufbauen können und das Problem der Dauerausscheider wird verstärkt. Deshalb sollte man mehr in Richtung prophylaktischer Impfung gehen. Doch dagegen steht das rechtliche Impfverbot, das auch eine intensive Forschung verhindert. Daraus ergibt sich eine neue Problematik, denn wird das Impfen erlaubt, fehlt vermutlich der Impfstoff. Unsere Forderung lautet deshalb: Das Impfverbot muss aufgehoben werden, um Erfahrungen zu sammeln, denn eine Impfung ist die einzige Möglichkeit, um aus der Misere herauszukommen. Dr. Michael Götz führt dazu aus: Wenn das Virus sich in der Wildpopulation festsetzt, ist die Impfung eine der wenigen Möglichkeit vom Ausstellungsverbot und der Aufstallung wegzukommen. Er glaubt jedoch, dass es ein sehr langer Weg bis zur Zulassung der Impfung ist.

 

Dr. Kristin Heenemann ist sicher, dass bei der Herstellung eines Impfstoffes Erfahrungen der Humanmedizin genutzt und verschiedene Virustypen der Vogelgrippe in einem Impfstoff vereint werden können. Tierärzte, die für Großbetriebe arbeiten, möchten wegen der großen Verluste auch dort den Impfstoff. Noch ist das Verbot im Tiergesundheitsgesetz verankert. Thomas Müller-Gemeinhardt glaubt, dass wegen des grenzübergreifenden Geflügelhandels wahrscheinlich nur noch die EU entscheiden kann, ob geimpft wird. Christoph Günzel möchte sich beim Europaverband einsetzen. Dr. Michael Götz geht fest davon aus, dass auch Deutschland wegen seines großen Einflusses in Brüssel den Anstoß für die Aufhebung des Impfverbots geben könnte.  

 

Klage gegen Verbot von Taubenausstellungen

 

Tauben aus der Lebensmittelkette herauszunehmen bringt keine Vorteile, da in Deutschland die Tauben in der Geflügelpestverordnung schon jetzt nicht mehr unter den Begriff Geflügel fallen. Ausstellungsverbote gibt es für alle Vogelarten. Es hat hingegen den Nachteil, die Tiere nicht mehr essen zu dürfen. Im Unterschied zum Istzustand, könnten die Züchter zwar Medikamente verwenden, die für Tiere, die als Lebensmittel dienen, aber nicht zugelassen sind. Das größte Problem einer Herausnahme aus der Lebensmittelkette wäre, dass die Züchter ihre Tiere nicht mehr schlachten dürfen, da eine Tötung ohne vernünftigen Grund tierschutzrechtlich verboten ist.

 

Thomas Müller-Gemeinhardt sieht die Möglichkeit einer erfolgreichen Klage gegen das Ausstellungsverbot. Derzeit ist die Argumentationsschiene für ein Verbot, dass viele Menschen die Schauen besuchen und die Erreger an den Schuhsohlen weitertragen. Da wäre zu klären, überlebt das Virus über längere Zeit, da es fragil gegen Wärme und Trockenheit ist. Die Argumentation für die Verbreitung durch die Schaubesucher geht gegen Null, wenn das Virus sich nicht lange hält. Kirstin Heenemann erklärt zudem, dass von einer Tröpfcheninfektion ausgegangen wird.

 

Für Thomas Müller-Gemeinhardt bleiben die Fragen: Ist Übertragung durch Schuhe überhaupt haltbar? Auf welche wissenschaftliche Arbeit stützt sich diese Aussage? Wo sind Belege oder Erfahrungen, dass eine Verbreitung der Vogelgrippe von Ausstellungen ausgehen kann, oder wurde bisher nur aus dem Bauch heraus entschieden? Beim Friedrich-Löffler-Institut soll nochmals in diesen Punkten angefragt werden. Für Dr. Kristin Heenemann ist es für die weitere Argumentation auch wichtig zu wissen, in welchen Haltungsformen die Vogelgrippe vornehmlich ausgebrochen ist. Eine Antwort darauf könnte die Weltgesundheitsorganisation geben, bei der deshalb angefragt werden soll.

 

Der Beirat befürwortet, dass eine Klage gegen das Ausstellungsverbot von Tauben anstrengt wird, wird dabei unterstützen und nach wissenschaftlichen Grundlagen für die Argumentation vor Gericht suchen.

 

Was die Klage anbelangt, weist Thomas Müller-Gemeinhardt daraufhin, dass unterschieden werden müsse, ob es sich um eine örtliche oder überörtliche Schau handele und ob Aussteller aus einem Sperrgebiet oder Beobachtungsgebiet kommen. In diesem Zusammenhang weist Dr. Martin Linde darauf hin, dass es wichtig ist gegen Aussteller vorzugehen, die sich nicht an Auflagen halten. Er fügt an, dass es nicht nur wichtig, sondern eine Pflicht ist, für Sicherheit zu sorgen. Wir brauchen eine saubere Weste, um glaubwürdig zu sein. „Die Züchter müssen uns unterstützen “, so lautet der Appell des Beirats.

 

„Wir sind uns einig, dass die Züchter schnellstmöglich über die Arbeit des Beirats informiert werden, damit sie 2017 ganz normal züchten“, betont Christoph Günzel. Wichtig sei dabei auch die Information über Ausnahmegenehmigungen zur Aufstallung und Beprobungen. Sentinelhaltung ist vom Gesetz vorgesehen und gleichwertig mit der Tupferprobenentnahme, was sich der Beirat noch einmal vom Bundesministerium bestätigen ließ. Bei Antragstellung müssen die Züchter auch jetzt schon unbedingt Wert darauf legen, dass bei ihnen die Sentinelhaltung vorliegt.  

 

Peter Jahn

Seuchenbeirat des BDRG

Fernsehbeiträge zum Thema Stallpflicht

 

Sendetermine: SWR Baden in der Landesschau Aktuell am Do., 26.1. um 19.30 Uhr, gedreht im Kreisverband Rastatt im LV Baden.

gesendeter Beitrag hier:

 

Bayrisches Fernsehen Unser Land am Fr., 27.1. um 19.00 Uhr, gedreht bei Lothar Tischler und Jörg Mildenberg.

gesendeter Beitrag hier:

Halle (Saale) - MZ 18.01.2017 20.53 Uhr

Keine Entwarnung in Sachen Vogelgrippe. Es gilt immer noch höchste Alarmstufe. Der Virus H5N8, Auslöser der gefährlichen Krankheit, ist weiter in Sachsen-Anhalt unterwegs. Nach bestätigten Verdachtsfällen im Umland von Magdeburg, im Salzlandkreis und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld rechnen Experten täglich mit einer weiteren Ausbreitung. Vor diesem Hintergrund schlägt jetzt die Enthüllung einer fragwürdige Entsorgung von Geflügel-Kadavern im Jerichower Land hohe Wellen. Während der Rassegeflügelverband Sachsen-Anhalt diese Praxis anprangert, sehen die Behörden vor Ort keine Verstöße.

Naturschützer vom Aktionsbündnis „Vogelfrei“ haben nach eigenen Angaben dokumentieren können, wie man in der Gemeinde Möser (Jerichower Land) gleich hängerweise Stallmist aus einer großen Mastanlage auf dem Acker abschüttet. Das Gelände soll sich nur 15 Meter von einem Bachlauf befinden. Das sei ein Skandal, so die Umweltaktivisten. Dem Augenschein nach handelt es sich ihnen zufolge dabei nicht nur um alte Einstreu, sondern es finden sich zahllose teils schon verrottete Reste von Geflügel. Afra Korfmann von „Vogelfrei“ kann mit entsprechenden Fotos aufwarten. Bei seinen Informationen bezieht sich der Tierschutz-Aktivist auf Arbeiter aus Geflügelbetrieben der Region, die nicht genannt werden möchten.

Ausbringen der Kadaver ist „extrem fahrlässiges Verhalten“

Dieter Kuhr, Landesvorsitzender des Rassegeflügelverbandes, hält die Darstellung „für absolut glaubhaft.“ Deshalb habe man die Erkenntnisse von „Vogelfrei“ auch auf der eigenen Homepage veröffentlicht und erwäge sogar eine Anzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft. Angesichts der allgegenwärtigen Vogelgrippe-Gefahren sagt Kuhr: „Wer immer es auch war, das Ausbringen der Kadaver ist mindestens extrem fahrlässig.“ Verendete Tiere müssten durch zertifizierte Unternehmen entsorgt werden. Fachleute würden tote Vögel niemals mit offenen Hängern durch die Gegend fahren, in der Nähe von Gewässern lagern und dann einfach unterpflügen. Kuhr: „Hier will jemand offenbar viel Geld sparen.“ Er vermute dahinter einen großen Geflügelbetrieb, der sich etwaige Verluste von der Tierseuchenkassen zurück erstatten lasse könne. Geprüft werden müsse unter anderem, ob es sich bei den toten Vögeln im Mist um jene 9 500 Tiere handelt, die im Dezember in Möser vorsorglich gekeult worden sind.

Landkreis prüft Vorwürfe - Keine Ordnungswidrigkeiten festgestellt

Diesem Verdacht ist der Landkreis inzwischen nachgegangen. Auf MZ-Anfrage sagte Pressesprecherin Claudia Hopf-Koßmann, dass im Ergebnis der Untersuchung keine Ordnungswidrigkeiten festgestellt werden konnten. Es bestehe kein Zusammenhang zwischen der Keulung im Dezember und den Bildern von „Vogelfrei“. Im Gegenteil könne man bestätigen, dass nach der Keulung im Dezember in dem betroffenen Betrieb unter Aufsicht des Veterinäramtes und der Umweltfeuerwehr sachgerecht entsorgt worden sei.

Darüber hinaus verwies Hopf-Koßmann auf die geltende Geflügelpestverordnung. Danach enthalte sie keine Vorschriften für Fahrten. Ebenso sei es nicht verboten, Festmist auszubringen. Inzwischen sind ihr zufolge sämtliche Geflügel-Betrieb im Landkreis auf die Seuche kontrolliert - ohne greifbares Ergebnis. Das Fazit: „Das Risiko einer Infektion weiterer Tierbestände durch nicht abgedeckten Mist ist somit gering“, sagte die Pressesprecherin. (mz)  Bemerkung: sind wir eigentlich im Märchenland???

– Quelle: http://www.mz-web.de/25573934 ©2017

 

 

 

 

 

AKTIONSBÜNDNIS VOGELFREI hier:

... etwas zur Vogelgrippe

Grippeviren können auch Vogel befallen. Das ist ganz natürlich, denn ein Virus sucht sich ein Opfer. Auch hier gibt es ganz viele Arten, die nach einer Formel auseinandergehalten werden.
 

H1N1 ist die erste Version, das ist die zuerst aufgetretene Form der Vogelgrippe.
 

H5N8 ist aktuell auf der Wanderschaft, man spricht auch von Puteninfluenza. Wie schützt man sich vor Vogelgrippe? Was erlaubt der Staat und welche Auflagen sind zu befolgen? 

  1. Impfschutz – verboten!
  2. Das Geflügel wird auf engstem Raum „aufgestallt“ – das Geflügel rückt zusammen. Die Hühner und anderen geflügelten Freunde erhalten zusätzlichen Stress und reagieren mit Aggression, weil die artgerechte Haltung völlig auf den Kopf gestellt wird.
  3. Frische Luft – verboten. In der ammoniakgeschwängerten Luft des Stalles explodieren die Krankheitserreger, ein Virus findet sich hier im Paradies wieder. Das Schlaraffenland der Viren wird zum Friedhof von Tieren.

Warum dann Aufstallung? Der Virus bricht vor allem in der Massentierhaltung aus. Da das industriell gemästete Hähnchen gegen bakterielle Erkrankungen wie Salmonellen ständig Antibiotika erhält (Bio = Leben, anti = gegen | Antibiotika  = gegen das Leben), werden die Salmonellen zwar in Schach gehalten, die natürliche Widerstandskraft ist aber schon deutlich geschwächt. Das ideale Opfer für die Viren. Über den Mist aus den Ställen und die künstliche Entlüftung gelangen die Viren in die Freiheit – und befallen auch Wildvögel. Nach dem anstrengenden Vogelzug, um der Eiseskälte von Sibirien zu entfliehen, sind auch unsere arktischen Wintergäste aufgrund der Schwächung durch die Reisestrapazen ein ideales Angriffsziel für die Viren.  

Aber das Land wird von der Wirtschaft bestimmt, und wirtschaftliche Interessen stehen über der Gesundheitsfürsorge und der Krankheitsvorbeugung. Um davon abzulenken, wird auf einen Nebenkriegsschauplatz ausgewichen. Es heißt dann: Seuchenschutz geht vor Tierschutz! Weil es nur um Ablenkungsmanöver geht, um die wirkliche Ursache zu verschleiern, werden noch weitere Opfer gesucht – und gefunden! Das Rassegeflügel wird artgerecht in Stall mit Auslauf gehalten, nicht zu viel, damit es nicht zu Stress und Aggressionen kommt, aber auch genug, damit die Tiere sich wohl fühlen: Hahn und einige Hennen bilden einen typischen Stamm, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen. Welches Haustier kann sonst noch von sich behaupten, sich wie die wilden Vorfahren seine arttypische Biologie erhalten zu haben?
 

Das glückliche Huhn passt nicht zum gequälten Huhn, deshalb sind wir das erklärte Ziel der Hühnerbarone. Haltet durch: Rassegeflügel – Lebensqualität für Mensch und Tier.

(Manfred Loick)

STALLPFLICHT - katastrophal für die Rassegeflügelzucht

Die rasante Ausbreitung der Vogelgrippe, europaweit bei Wildvögeln, erfasste auch einige Nutzgeflügelbestände. Deshalb wurden entsprechende Maßnahmen der bestehenden Tierseuchenverordnung angeordnet. So wurde am 15.11.2016 die bevorstehende 98. Nationale Bundessiegerschau mit der 120. Lipsia Schau auf dem Messegelände in Leipzig mit mehr als 35.000 Tieren (Rassegeflügel) abgesagt. Am 18.11.2016 erfolgte dann der Widerruf der Genehmigung der Landesschau in Magdeburg und gleichzeitig das Verbot für alle Rassegeflügelschauen (einschließlich reiner Taubenschauen) in Sachsen-Anhalt. Für die 6.111 organisierten Rassegeflügelzüchter unseres Bundeslandes bedeutete das, von 255 genehmigten Schauen werden 110 ausfallen. Für sie heißt das; Wegfall des Erntefestes, Wegfall der Anerkennung der Mühen für die Hege und Pflege der Zöglinge eines Jahres. Für die Gemeinden, für die Besucher der Schauen heißt das; Wegfall eines Teiles der Höhepunkte im kulturellen Dorfleben. Noch härter trifft die Züchter die mit dem Ausstellungsverbot einhergehende behördlich auferlegte Stallpflicht. Die organisierte Rassegeflügelzucht gibt es in Deutschland seit 1852. Sie hat gute und vor allem schlechte Zeiten überstanden. Gut vor allem; wenn es um die Bereicherung bzw. mit zur Sicherung der Ernährung der Bevölkerung ging. Auch davon gab es in der Geschichte mehrere Epochen. 

Diese Haltungsform ist für die Tiere optimal. Genügend Auslauf steht diesen Wyandotten zur Verfügung. Hier finden sie zusätzliches Futter, ihr Immunsystem wird gestärkt und Stress ist hier kein Thema.

Seit jeher bemühen sich die Rassegeflügelzüchter ihre Zöglinge entsprechend den Formulierungen des Standards zu formen. Auf Ausstellungen zeigen sie diese Fortschritte in Form, Farbe, Zeichnung und besonders der Gefiederstruktur im Wettbewerb untereinander. Der Erfolg nach der Bewertung durch geprüfte Preisrichter ist in erster Linie Balsam für die Seele. Die verordnete Stallpflicht trifft die einzelnen Spezies unterschiedlich. So sind Tauben überwiegend in Volieren untergebracht. Wer sein Geld nicht kann sehen liegen, kauft sich Tauben und lässt sie fliegen! Aber schon der Schutz vor Greifvögel ist ein gewichtiger Grund. Schwieriger wird das schon bei Zwerghühnern und problematisch bei großen Hühnern. Rassegeflügelzüchter bieten ihren Tieren je nach Rasse Ausläufe von 10-20 m2 je Tier. Neben Futtereinsparung (Nutzung der Gräser und Kräuter als auch Würmer und Käfer) liegt der Wert vor allem in ausgiebiger Bewegung und Tätigkeiten des Wohlbefindens. Bei dem genannten Auslauf hat der Rassegeflügelzüchter 2-4 Hühner je m2 Stallfläche. Es wird also an keiner Stelle in Quadratzentimeter gemessen. Die verordnete Stallpflicht muss also für jeden Rassegeflügelzüchter nur zu Schlachtungen zur Reduzierung des Bestandes, zum Verlust so manchen Farbenschlages bzw. gar der Rasse führen.

Die Stallpflicht ist keine Option einer artgerechten Haltung. Enge und Langeweile führen zwangsläufig zu Stressreaktionen, schaden dem Immunsystem und wirken sich leistungsmindernd auf die Tiere aus.

Noch problematischer trifft dies die Züchter von Enten und Gänsen. Enten werden ja als Schweine innerhalb des Geflügels bezeichnet. Das betrifft vor allem ihre Futtersuche, nicht aber ihren ausgeprägten Sinn für die Säuberung ihres Gefieders. Das ist im Auslauf, am Gewässer bzw. der Badegelegenheit die der Züchter schafft, ohne weiteres möglich. Im Stall wird jedes Trinkgefäß für diese Tugend genutzt. Folglich wird das Wasser regelrecht  verplanscht.  Das Umfeld des Trinkgefäßes ist ständig nass. Man kann den Standort ständig wechseln und täglich auch mehrmals einstreuen. Es ändert sich kaum etwas. Enten lieben aber einen geräumigen,  trockenen,  gut gelüfteten Stall. Der Fußboden muss fest sein und immer trockene Einstreu haben. Sonst ist das Bauchgefieder  ständig nass und verschmiert. Ein Quadratmeter ist der Bedarf für 3-4 Enten unter diesen Bedingungen. Ähnlich sieht das bei Gänsen aus. Je Quadratmeter 2 Tiere ist die Faustregel bei trockener Einstreu und guten Luftverhältnissen. Die Gans ist aber in erster Linie ein Pflanzenfresser (kein Schwein) mit der Vorliebe im Freien zu weiden. 250 m2 je Tier ist für eine erfolgreiche Gänsezucht notwendig. Nur zur Zucht ist am besten fließendes Wasser notwendig. Sonst reichen je nach Rasse hergerichtete Badegelegenheiten. All diese Dinge sind mit der verordneten Stallpflicht für unsere Wassergeflügelzüchter nicht zu realisieren. Dem Horror im Stall (Rangkämpfe, Beissereien) können sie nur mit radikalen Schlachtungen begegnen. Raufereien besonders der Ganter sind in der bis dahin nicht gewohnten Enge unausbleiblich. Im Wassergeflügelverein Sachsen-Anhalt sind 52 Züchter organisiert. Zum 25. Jubiläum in Kayna  wurden in diesem Jahr 559 Tiere gezeigt. 4 Mitglieder wurden im November in Rheinberg mit ihren Tieren Deutscher Meister. Daneben gibt es deutschlandweite Spitzenzuchten bei Sachsenenten, Amerikanischen Pekingenten, Cayugaenten und Hochbrutflugenten in verschiedenen Farbenschlägen. Das Durchschnittsalter der Züchter beträgt über 60 Jahre. Eine Stallpflicht erleben sie also nicht zum ersten Mal. Es ist für sie mehr als schwierig ihre Tiere unter den gegebenen Voraussetzungen artgerecht zu halten. Nach der letzten Kampagne 2005 und der Zittereinlage 2013 sprachen viele: Ein weiteres Mal mute ich das meinen Tieren und mir nicht wieder zu. Bei den Gänsen gibt es 17 Rassen, dazu bei 3 Rassen 2 Farbenschläge und 2 Rassen mit 3 Farbenschlägen. Enten  gibt  es in 24 Entenrassen, dazu verschiedene Farbenschläge bis hin zu Rassen mit allein 18 Farbvarianten. Diese genetische Vielfalt sehen wir als Rassegeflügelzüchter in großer Gefahr. Es werden so Rassen bzw. Farbenschläge durch den verordneten Entzug ihrer benötigten Umwelt geschlachtet, vernichtet. Wir werden die bestehende Tierseuchenverordnung nicht ändern. Dennoch möchten wir bedenken, dass die Influenzaviren durch Tröpfcheninfektion, durch Niesen bzw. durch Federstaub direkt übertragen werden. Die lautlose Übertragung durch Ausscheidungen ist ganz sicher bedenklich. Dennoch bieten gerade die Rassegeflügelzüchter ihren Tieren Bedingungen die die natürliche Widerstandskraft gegen Infektionen herabsetzen können. Bis heute gibt es bei 165.000 Rassegeflügelzüchter bundesweit keinen Influenzafall. Wir bitten deshalb um mehr Augenmaß und Prüfung der Verhältnismäßigkeit.

Einsperren schützt auch nicht vor H5N8. In Massentierhaltungen war er auch schon oder kommt er gar daher? Solche Diskussionen wollen die Verantwortlichen nicht hören: es kann nicht sein weil es nicht sein darf. Es gibt inzwischen wissenschaftliche Veröffentlichungen die Wildvögel nicht primär dafür verantwortlich machen. Wir müssen die staatlich angeordnete Tierquälerei einhalten - man überzeugt mit Bußgeldern!!!

Vorstand der Rassegeflügelzüchter Sachsen-Anhalt e.V.

Interview mit Michael von Lüttwitz am 9.12.2016 im Bayerischen Rundfunk zur Stallpflicht hier:

 

 

 

 

Eine 0,1 Cochin, schwarz aus der Zucht von Andree Walther. Die Aufnahme entstand 2010. Klick hier und sie wird sich für ca. 30 sec. bewegen.