Zuchtbuchtagung des Landesverbandes am 25.06.2017

 

Die Zuchtbuchtagung eröffnete Willfried Dörfer um 10.15 Uhr im Vereinshaus des GZV "Ascania" Aschersleben. Er begrüßte wie üblich die Ehrenvorsitzenden des LV, (die anwesenden neuen Bundesehrenmeister des Zuchtbuchs Richard Rataj und Lothar Röder. Danach gab er die Tagesordnung bekannt und freute sich über die 2 Referenten des heutigen Tages Stephanie Gegenwarth und Dr. Martin Pfützner.

Zunächst richtete der Ehrenvorsitzende Werner Westphal stellvertretend für den LV-Vorsitzenden Dieter Kuhr, der zur Eröffnung des Landwirtschaftsfestes in Reinstedt eine Einladung wahr nahm, noch einige Begrüßungsworte an die Teilnehmer/innen der Veranstaltung.

Der 1. Vortrag von Stephanie Gegenwarth handelte von Starts und Landungen der Landvögel in der Zeitlupenanalyse und war Inhalt ihrer Masterarbeit.

Die Aufnahmen wurde mit 300 Bilder/Sekunde gemacht. 2700 Einzelvögel hat sie aufgenommen u.a. Altdeutsche Mövchen und Schweizer Tauben. Ein horizontaler Start ist schneller als ein senkrechter Start, der kräftezehrender ist. Das Gewicht der Tiere spielt natürlich auch eine Rolle und Unterschiede zwischen einem Storch und einer Meise sind naheliegend.

 

Im nächsten Vortrag sprach Dr. Martin Pfützner über "Hühnerkrankheiten relevant für Junghühner".

Eine Vielzahl von Krankheiten bedrohen das Geflügel, neben Viruserkrankungen können bakterielle Erreger und Parasiten den Tieren zusetzen. Kokzidien und Haarwürmer sollten nicht unterschätzt werden. Die Mareksche Krankheit (Hühnerlähme) lässt sich durch eine frühzeitige Impfung eindämmen. Der Erreger wird über die Federn ausgeschieden und ist sehr ansteckend, ist aber auch eine typische Immunkrankheit in verschiedenen Formen auftretend. Die ITL (Infektiöse Laryngotracheritis) zählt zu den anzeigepflichtigen Krankheiten. Eine Impfung gegen die ND und das Paramyxovirosevirus zählt zu den gegenwärtigen Impfungen. Der Erreger ist ähnlich und kann von Hühnern auf Tauben und umgekehrt bei ungünstigen Bedingungen übertragen werden. In Sachsen-Anhalt waren von einem ND-Ausbruch 2016 sechs Züchter betroffen. Wenig bekannt die Gumboro-Krankheit, bei der das Immunsystem versagt. Infektiöse Bronchitis (tritt häufig auf) lässt sich durch eine Impfung verhindern. Die Stallpflicht selbst ist Unsinn, weil auf engstem Raum sich E. coli Bakterien und Salmonellen anreichern und einen hohen Infektionsdruck aufbauen. Gegen die Jungtaubenkrankheit hat man inzwischen einen Impfstoff entwickeln können.

Nach den Vorträgen folgte der Jahresbericht des Zuchtbuchobmanns, der im letzten LV-aktuell abgedruckt ist. Er bedauerte die ausgefallende Zuchtbuchschau und betonte explizit, dass die Stallpflicht Tierquälerei ist (nahezu alle Züchter/innen sehen dies genauso). Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach Uwe Roskoden über die Zuchtbuchtagung, die er in Vertretung von Willfried Dörfer, besuchte. Hannelore Freitag äußerte sich über den Tier- und Artenschutz, diese Veranstaltung fand zeitgleich in Bad Sassendorf statt. Sie bezog sich auf die Ausführungen von Dr. Mareike Fellmin über die Kurzbeinigkeit der Chabos und dessen Verpaarung. Von dem Ausbruch der Vogelgrippe H5N8 waren 53 Geflügelwirtschaftsbetriebe betroffen, hauptsächlich mit Puten besetzt. Es muss mehr Gespräche zwischen Wirtschaftsgeflügelzucht und Rassegeflügelzucht geben.

 

 

 

Zur Tagung wurden 17 Bruteiersätze vom PR Fritz Drüen bewertet. Auch Wachteleier waren schon dabei.

Walter Freitag wurde nachträglich zu seinem 60. Geburtstag gratuliert.

Drei Zuchtbuchmeisterpreise wurden nachträglich noch überreicht.

 
   

Zuchtbuchobmann Willfried Dörfer schloss die Versammlung gegen 12.15 Uhr.

Zuchtbuchtagung in Aschersleben 2017

 

Am 25. Juni 2017 findet die Zuchtbuchtagung verbunden mit dem Züchtertag wieder in Aschersleben im Vereinsheim des GZV "Ascania" Aschersleben in der Ermslebenerstr. 10 statt.

Beginn der Veranstaltung ist auf 10 Uhr angesetzt.

Am Einlass erfolgt die Ausgabe der Zuchtbuchunterlagen und die Annahme der Eiersätze, die wieder vom Preisrichter Fritz Drüen bewertet werden (Anmeldung an Willfried Dörfer bis 10.06.)

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

 

1.            Begrüßung und Grußworte der Ehrengäste

 

2.            Vortrag von Dr. Pfützner zum Thema Geflügelkrankheiten

 

3.            Vortrag zu Zeitlupenanalysen beim Start und Landung der

               Landvögel

 

4.            Jahresbericht des Zuchtbuchobmanns Willfried Dörfer

 

5.            Bericht von der 180. Bundesversammlung in Altötting durch den

               LV-Vorsitzenden Dieter Kuhr

 

6.            Bericht von der Tagung der Zuchtbuchobmänner in Bad Sassendorf

               durch Uwe Roskoden

 

7.            Bericht von der Tagung der Tier- und Artenschutzbeauftragten

               ebenfalls in Bad Sassendorf durch Hannelore Freitag

 

8.            Tierbesprechung mit den Landeszuchtwart Uwe Roskoden

 

9.            Auswertung der Eierbewertung

 

10.          Verschiedenes

 

11.          Schlusswort des Zuchtbuchobmanns

 

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme. DANKE.

 

Willfried Dörfer

Dammweg 2

06712 Schnaudertal OT Bröckau

Tel. 034423/21288

Fax: 034423/29211

Email: w.doerfer@web.de

Zuchtbuchtagung und Züchtertag 2017
Zuchtbuchtagung in Aschersleben 2017.pdf
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                       Zuchtbuchbericht 2017

Bericht des Zuchtbuches Sachsen/Anhalt

 

Leider muss der Bericht des Zuchtbuches in diesem Jahr eher über nicht durchgeführte Aktivitäten kundtun, denn

 

H5N8 bestimmt den Fortbestand unseres wertvollen Kulturgutes.

 

Dabei stelle ich den Leitbegriff unserer Zuchtbuchmitglieder, nämlich Schönheit und Leistung unserer Tiere zu erhalten und damit wichtigen Genpool auch für die Zukunft bereitzustellen nach wie vor an erste Stelle.

Was aber nun von behördlicher Seite mit dem Ausstallungsgebot im Land angeordnet wurde, stellt Züchter und Tiere vor schier unlösbare Aufgaben und kommt einem Tötungsbefehl unserer Zuchttiere gleich.

Jeder verantwortungsbewusste Züchter kann die durch das lange Einsperren folgenden Erscheinungen nicht auf Dauer mit ansehen. Rangkämpfe, Freßunlust und damit verbundener Leistungsabfall bis hin zu krankhaften Erscheinungen aufgrund fehlender Bewegung stehen auf der Tagesordnung. Deshalb kommt es zu starken Reduzierungen bzw. komplett zur Aufgabe der Zuchten.

Fast täglich wird man mit teils hysterischen Meldungen über neue „Vogelgrippeausbrüche“ konfrontiert. Dabei gibt es in dem armen Deutschland auch nur ein Institut (IFL), welches letzten Endes  von den bestimmenden Behörden gehört wird. Dort wird auch über den vermeintlichen Überträger befunden, weil  es andere Wege nicht geben darf. Leidtragende sind die vermeintlich schwach aufgestellten Rassegeflügelzüchter, die in Hobbyhaltung über Jahrzehnte hinweg versuchen, ihren Tieren den benötigten Lebensraum zu bieten. Der Hauptaufenthalt ist nun mal nicht auf Quadratzentimeter ausgerichteter Stallraum.

Besonders betroffen sind unsere Groß- und Wassergeflügelrassen, für die die Aufstallung gleich Quälerei zu setzen ist. Es blutet einem Züchter regelrecht das Herz ansehen zu müssen, wie selbst nach nur ein paar Tagen das Gefieder der Enten und Gänse leidet. Von Schönheit kann da nicht mehr die Rede sein. Und Leistung kann auch nicht erwartet werden, da kaum noch ein Tretakt vollzogen wird.

Aber da gibt es ja noch die Ausnahmegenehmigung, die sich freilich noch einige Züchter leisten können, denen aufgrund von Sentinelhaltung keine virologische Untersuchung auferlegt wurde.

Nicht einmal auf diesem Gebiet gibt es einheitliche Auffassungen.

Ich hoffe für alle Rassegeflügelzüchter, dass es endlich ein überlegtes behördliches Handeln zum Wohle unserer anvertrauten Lebewesen gibt und vor allem die sinnlose Stallpflicht aufgehoben wird.

 

Nun zu den eigentlichen Aktivitäten im abgelaufenen Zuchtjahr.

Die Vorstandsmitglieder unseres Zuchtbuches trafen sich schon im Februar 2016, um den Jahresablauf zu planen, sowie die Erringer der Zuchtbuchleistungspreise zu ermitteln. Lothar Röder erwies sich wie immer als hervorragender, umsorgender Gastgeber. Dafür herzlichen Dank.

Auch wurde darüber beraten, wie man die Zuchtbuchtagung noch interessanter gestalten kann. Diese fungiert ja auch als Züchterschulung im Landesverband.

 

Folglich wurde ein Vortrag unseres Mitgliedes Klaus Nielitz über die Intelligenz der Tauben mit in das Tagesprogramm aufgenommen. Ein Vortrag zur Zuchtbuchführung, Tierbesprechung über katalanische Hühnerrassen, sowie eine Bewertung von Bruteiersätzen sollten Anreiz für eine gute Beteiligung sein. Leider blieb die Teilnahme unter den Erwartungen. Die Besucher der Veranstaltung bereuten aber ihr Kommen nicht.

Im September beging der Landesverband sein 125-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass konnten unsere langjährigen Zuchtbuchmitglieder Lothar Röder und Richard Rataj vom Präsidenten des BDRG zum Bundesehrenmeister ernannt werden. Dazu herzlichen Glückwunsch.

Nächster Höhepunkt war die Bundeszuchtbuchschau in Hannover, welche mit 3 Stämmen aus unserem Landesverband mit sehr guten Ergebnissen beschick wurde.

Zur Landeszuchtbuchschau in Magdeburg wurden 42 Stämme unserer Mitglieder angemeldet. Das komplett verhängte Ausstellungsverbot brachte nicht nur unseren Züchtern Ungemach. Alle Anstrengungen des Zuchtjahres, die Präsentation der erreichten Zuchtergebnisse und auch der mögliche Austausch von Zuchttieren wurden untersagt. Die angefallenen Kosten, die vorherigen Aktivitäten der Schauleitung bei den Vorbereitungen, alles Ärgernisse, die von hauptamtlichen Entscheidungsträgern zu Lasten ehrenamtlich agierender auferlegt wurden.  Dies trifft übrigens auch auf alle Lokal- und Kreisveranstaltungen zu. Letztendlich gab es dann auch das Verbot von reinen Rassetaubenausstellungen, da auch hier ein Übertragungsweg des Virus speziell von Züchtern, die Tauben und Geflügel halten zu den Veranstaltungen als möglich angesehen wurde. Welch ein Glück, dass nicht auch noch ein Verbot des Einkaufs von Nahrungsmitteln bzw. des Shoppens unter einem Dach von Züchtern und Haltern ausgesprochen wurde.

Die sarkastische Betrachtungsweise soll den Gemütszustand unter den Züchtern unterstreichen.

Aufgrund des Ausfalles unseres Jahreshöhepunktes gibt es auch keine Erringer von Leistungspreisen und Zuchtpreisen zu ermitteln.

In die Ermittlung der Leistungsdaten unserer Hühner und Zwerghühner fällt natürlich auch die wochenlange Aufstallung und damit verbundener Rückgang der Legeleistung.

 

Unsere Hoffnung beruht darauf, dass nicht zu viele Züchter aus den genannten Gründen das Handtuch werfen und wir die Möglichkeit erhalten, wieder normal auf Schönheit und Leistung züchten zu können.

Im Zuchtbuch stehen 3 Abmeldungen zwei Neuanmeldungen gegenüber. Bernd Schellbach wird seine Daten der Laufenten wildfarbig dem Zuchtbuch zur Verfügung stellen, ebenso wie Jungzüchterin Josie Rasche von Zwerg-Rhodeländern mit Rosenkamm und Zwerg-Marans schwarzkupfer.

Die Aktivitäten des Zuchtbuches für 2017 begannen mit der Vorstandssitzung am 29.01. bei Lothar Röder in Teutschenthal, die wieder hervorragend vorbereitet war.

Hauptthema war die Vorbereitung der Zuchtbuchtagung mit angeschlossener Züchterschulung am 25. Juni ab 10.00 Uhr im Vereinsheim in Aschersleben. Dort konnte eine junge Referentin für einen Vortrag zu Zeitlupenanalysen von Starts und Landungen von Landvögeln gewonnen werden. Die Entwicklung des Zuchtbuches von der anerkannten Zucht bis heute soll ein weiteres Thema sein. Die Abgabe der Eiersätze zur Bewertung erfolgt wieder beim Einlass zu Beginn der Tagung. (Anmeldeschluss ist der 10. Juni beim ZB-Obmann). An der Eierschau können übrigens alle Zuchtfreunde des Landesverbandes teilnehmen. Eine Tierbesprechung wird die Veranstaltung abrunden.

Durch das Verbot der Durchführung der Landeszuchtbuchschau fällt eine Auswertung diesbezüglich aus. Der Zuchtbuchvorstand hofft auf eine maximale Beteiligung.

Zur Tagung der Zuchtbuchobleute im Haus Düsse am 08. und 09.04.2017 wird unseren Landesverband das Zuchtbuchmitglied Uwe Roskoden  vertreten.

 

Höhepunkt soll wie in jedem Jahr die Stammschau anlässlich der Landesverbandsschau vom 22.-25. November in Magdeburg sein. Trotz des eingeengten Terminplanes erhoffen wir wieder eine rege Teilnahme unserer Mitglieder um neben der Schönheit unserer Tiere auch deren Leistungen auf den Stammkarten präsentieren zu können und das trotz aller widrigen Umstände die Zuchten aufrechterhalten wurden.

In diesem Sinne wünsche ich allen die optimalsten Aufzuchterfolge und bedanke mich bei allen die der Zuchtbucharbeit hilfreich und aufgeschlossen gegenüberstehen.

Dem Landesvorstand vielen Dank für die finanzielle Unterstützung.

 

W. Dörfer

Zuchtbuchobmann

Die Zuchtbuchvorstandsmitglieder Sachsen-Anhalt’s mit Uwe Roskoden, dem Delegierten zur im April stattfindenden Tagung der Obleute im Zuchtbuch des BDRG.  In der Vorstandsitzung in der Züchterstube bei Lothar Röder in Teutschenthal wurden die aktuellen Probleme sowie die Höhepunkte des Jahres besprochen.

Zuchtleistungen Zuchtbuch-2016.pdf
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